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D e r W ä c h t e r r i n g
i m M y s t e r i u m z u I b a c h
St. Georg, Cyrill und
M a r i a M a g d a l e n a
Siderische Arretierung
der G r o ß e n W e n d e (2018–2225)
und das prophetische Korollarium
des T h r o n w a g e n s
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Herausgegeben von
Johann v. Diehsa MSD
Abhandlung der Ordensgesellschaft
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1. Die Topographie des Heils –
Das Geheimniß des Namens
und die Urwurzel des Ortes
Wer den Fuß über die Schwelle der Pfarrkirche1 zu Unteribach setzt, betritt, wie die Chronik und der offizielle KirchenführerK (auf der Rückseite) treffend formulieren, auf dem „Walde“ einen „uralten Kulturboden“ und einen „Kristallisationspunkt der Geschichte“. Die Topologie dieses abgelegenen Hochthales breitet die kosmische Geometrie einer höheren Vorsehung aus.
Das schmale Vademecum erinnert an die sprachliche Wurzel des Ortes: „1328 Ybach; Ibe = alemannisch Eibe; althochdeutsch îba, îwa… ; also: Ach, an der Eiben wachsen“ (S. 2). Hier offenbart sich dem pilgernden Betrachter eine tiefere, heilsgeschichtliche Symmetrie, die weit vor die lateinische Liturgie in die Urschichten der europäischen Sakralsprache zurückreicht. Die Eibe3 , im germanischen Sprachgut als die Rune Eiwaz bezeichnet, gilt seit jeher als der lebendige Buchstabe für die Überwindung des Todes, für Einweihung und die ewige Unsterblichkeit.
Diese urwüchsige Natursymbolik spiegelt den Heilsrathschluß der Erlösung wider. Nach der Tradition der Kirchenväter bringt das Erscheinen des Messias die soteriologische Wende: Aus der sterblichen Eva, durch deren Ungehorsam der Tod in die Welt gekommen sein soll, erwächst durch das Wort des Engels das glorreiche Ave – die mystische Umkehrung des Namens. Am Orte Ibach selbst, dessen Name auf dem Lebensbaume gründet, zeugt die Topographie2 von jener erhabenen Frauengestalt, welche diese Transformation leibhaftig erfüllt hat: Maria Magdalena, die Hauptpatronin dieses Heiligthumes. Wo das verblassende Dogma noch die büßende Sünderin forderte, erkannte der Eingeweihte immer den Mutterschoß der neuen Genesis, verwurzelt im todlosen Safte4 der Rune Eiwaz .
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2. Das Fundament des Blutes –
Die verborgene Heraldik
der Herren von Tiefenstein
Die Geschichte der Stiftung ist untrennbar mit der „Rodungstätigkeit der Herren von Tiefenstein“ (S. 4) verflochten. Sie waren es, die um 1240 die Grablege ihres Hauses auf dem Brühl bestimmt hatten und dortselbst im Jahre 1281 die „Cella Nova“ gründeten. Die Chronik berichtet vom tragischen Ende dieses wehrhaften Geschlechtes, dessen Burgen in der blutigen Fehde mit Graf Rudolf von Habsburg zerstört wurden. Doch während die weltliche Macht der Tiefensteiner durch den habsburgischen Zugriff zerbrach, überdauerte ihr geistiges Testament im Verborgenen.
Der unerschütterliche Schild5 dieser Edelleute war der Leopard und der Schwan (auch die Gans). In der allgemeinen Auslegung gilt der Löwe als Symbol ritterlicher Wehrhaftigkeit. Für den sehenden Forscher birgt das Tier als ein kryptisches Wappen eine unschätzbare Tragweite. Es bekundet wohlweislich die davidisch-königliche Ursprungslinie des Löwen von Juda ; dieser gelangte über die sagenhafte Überlieferung des Léon d’Acqs (Dachsberg / Dagsburg) nach Europa und findet im friesischen Hause Arkel (Löwe / Herkules) und Leede (Schwan / Kleve / Lohengrin) seine heraldische Entsprechung.
Aus Edelfreiheit führte jenes Geschlecht den Löwen und den Schwan im Stempel, um das Wissen über jenen matrilinearen Zweig der Sara Thamar, der ‚Palme‘, zu versiegeln, welcher auf der vormaligen Silva Marciana eine neue Heimath fand. – Der massive Wohnthurm6 des Pfarrhauses (ca. 18 Meter hoch, mit seinen markanten Buckelquadern seit dem 13. Jahrhundert unzerstört) erhebt sich nicht bloß als ansehnliches Jagdschloß (Ydalir), sondern wacht als steinerner Hüter des Gralsmysteriums. Hier gebot ein Sveben-stämmiges Blut an seinem ureigensten Orte – ein Schlag, der mit seiner Ibacher Feste den Stürmen der Habsburger und der Säkularisation trotzte.
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3. Die eucharistische Achse des Antependiums –
Das Priesterthum des Gerechten
Das visuelle und rituelle Zentrum der Kirche8 entfaltet sich in der vertikalen Mittelachse7 des Altares9. Am tiefsten Punkte, direkt im Antependium10 (Altarvorsatze), begegnen dem Beter drei im Jahre 1886 vom Waldshuter Maler A. Duchow geschaffene Gemälde, die nach langem Verschollenbleiben der Nachwelt wiedergeschenkt wurden (S. 11-15). Sie fügen sich zum christologischen Fundamente des Raumganzen.
Auf der linken Seite: „Mose in der Wüste mit der ehernen Schlange“11. Die Theologie deutet dies als Verheißung des Kreuzopfers ( Johannes 3:14). Für den Blick des Eingewiesenen jedoch ist die Erhöhung das universelle Symbol der Gnosis – die solare Kraft der inneren Erleuchtung und die Erweckung der Virtus, jener Lebensglut, welche den Umschlungnen in reiner Anschauung des Todes geistig heilt.
Auf der rechten Seite: „Der Priester-König Melchisedek segnet den Abraham“12 . Dieses Bild birgt die höchste weltherrscherliche Macht. Melchisedek ist der König von Salem, der ohne Ahnentafel und ohne levitischen Ritus auftritt. Er reicht die solennen Gaben und setzt damit die zadokidische Pflanzung des „Gerechten“ ein. Es ist die Legitimation eines Priesterthums des Blutes (sang) und der royalen (real ) Largition, auf die sich Christus selbst und mit ihm die legendären Fischerkönige des Léon d’Acqs beriefen.
In der Mitte: „Das Bild Christi mit Brot und Wein“13. Hier, unleugbar auf dem Grunde des sakrosankten Chores, wirkt der Herr das Wesen der Wandlung. Doch er blickt dabei nicht auf die Gaben oder die Jünger; seine von tiefer Rührung thränenglänzenden Augen richten sich steil empor. Er lenkt aus dem Antependium die Kraft der Hostie entlang des eucharistischen Lotes – hinauf zum wirklichen Kelche, zum legendären Sangreal, das sich um den ‚Schlußstein‘ bei Magdalena unter der Kreuzigungsgruppe14 (Maria und Johannes) verströmt.
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4. Der Schleier der Verkündigung –
Das Grün der Lazariter
Ein besonderer Schatz der Pfarrei ist die historische Fronleichnamsfahne15, deren zentrales Motiv eine betende weibliche Gestalt vor einem markanten grünen Vorhang zeigt. Nach der vulgären Deutung gilt dieses Werk dem profanen Verständniß als schlichte Darstellung der Jungfrau Maria. Der Schlüssel zu ihrer mystischen Persona liegt jedoch in der barocken Verkündigungsgruppe (um 1750), die heute rechts und links16 , 19 vom Hochaltar angebracht ist und diesem Parament als das authentische Vorbild dient (S. 17).
Betrachtet man die rechte17 Figur dieser Gruppe, die traditionell als Erzengel Gabriel angesprochen wird, fällt das völlige Fehlen von Flügeln auf. Es ist eine zutiefst menschliche und weibliche Gestalt in einem stürmischen Aufstrome, welche dramatisch die Rechte18 zur Jungfrau emporreckt. Im hermetischen Sinne verliert der Bote hier seine himmlische Unnahbarkeit; er wird zum reinen Kanal der göttlichen Inspiration, welcher die Weisheit buchstäblich und ohne hierarchische Vermittlung weitergibt. Ja, der ‚Engel‘ wandelt sich zur Sendbotin Magdalena selbst! – sie, die herbeieilende Tochter Zion ( Jesaja 49:16-17).
Die kniende Ähre (vom Tempelgang Mariens) am Betpulte, mit ihrem auffallend langen, unbedeckten Haar und dem roten Mantel, trägt die unverkennbaren Signaturen der Maria Magdalena. Das Buch auf dem Pult ist in dieser Lesart kein Altes Testament fremder Prophezeiungen, sondern ihr eigenes Werk: Es ist das Zeugniß der Revelatrix, das von ihr selbst verfaßte Johanneische Wort25 ! – oder, sofern ein gläubiges Verständniß es verlangt, sei es das Evangelium des Johannes, empfangen durch sie als die Wortzeugin.
Im Hintergrund der grüne Paravent20 und das Innenfutter des Mantels sind dabei von kostbarster symbolischer Dichte. Sie thun kund das Haus Bethanien – die Burg von Lazarus, Maria und Martha. Grün ist die untrügliche Tinktur der auferweckenden Initiation und des Lazariterordens. Der Vorhang wird zum Schleier des Mysteriums und des Tempels: Er schützt die chymische Heimlichkeit der Autorenschaft vor dem befangenen Urtheile der Weltkinder, während diese andere Maria, im feierlichen Textil der Prozession unbemerkt getragen, die Blütenwege des Ibacher Hochthales mit einzig ihrer Liebesbotschaft säumt.
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5. Die Krönung der Revelatrix –
Das Öffnen der Sieben Siegel
Der gnostische Einstrahl des Altars findet für seine raumbildende und theologische Mündung in eine Schichtung, welche die hergebrachte Lehre auf wunderbare Weise als Membrum belebt.
Im spätnazarenischen Hauptgemälde wird die Krönung Mariens21 durch den thronenden Christus unter dem herabschwebenden Symbole des Heiligen Geistes (S. 11) gezeigt. Diese von kannelierten Säulen flankierte triumphale Darstellung der Himmelskönigin schließt einen der höchsten Glaubenssätze der katholischen Kirche ab, nach welchem die Gottesmutter leiblich in den Himmel aufgenommen ist. Doch über der Ädikula, unter der Bedachung des so genannten Auszuges22 , setzte der Freiburger Maler Fridolin Kohlund am Ende des 19. Jahrhunderts das entscheidende Ikon: die Hl. Maria Magdalena als Eremitin in der Grotte von Sainte-Baume23.
Daß die Büßerin über die Regina Caeli erhoben wird, muß den festgefügten klerikalen Bau erschüttern. Wie leuchtet es nur hierselbst im ausgereiften Ibacher Kryptogramm! Maria im Hauptbild verkörpert die sichtbare Institution. Magdalena im Auszuge jedoch transzendiert den Sündenmythos und steht für die Entschränkung der Offenbarung. Sie kniet in der öden Höhle – umwandet, nach der Legenda Aurea, allein von ihrem Haarkleid – dem echten und revelatorischen, klaren Urlichte, das aus der Taube Höhen herabwaltet.
Und in der Tiefe, entlang des Lichtsturzes des Heiligen Geistes, erglänzt thronend auf dem Tabernakel: „Die holzgeschnitzte Figur des Lammes … von 1886“14 mit dem Buch (S. 15). Nach der biblischen Apokalypse darf nur das Lamm die Siegel lösen (vgl. Jesaja 29:11). In der enthaltenen Gnosis unserer Evangelistin25 ereignet sich die große G a t t e n e i n u n g (nach Böhme): Der Gemahl bricht den verschloßnen Thurm (מגדל עדר Migdal Eder) auf, und die entfesselte Wahrheit zündet die Achse – via die Krönung – für das sehnlich empfangene Chrisma (die Salbung) jener über alles geliebten Paracletin.
Wenn der Priester das Heilige Opfer schafft, verweilt der Christos am Grunde des Bodens – dort, wohin der Leib thatsächlich nie fallen sollte! Der Dürstende, der davor ausharrt, dringt durch den dichten Nebel der Scholastik hindurch. Unverwandt schaut er das wahre Antlitz der Trösterin – der Apostolin der Apostel (nach Aquin) –, im Spiegel der Sancta Patera der todlose Quell des Neuen Bundes.
Der materielle Befund läßt an den Flanken des Buches raue, rötliche Abbrüche erkennen, welche von einer materiellen Gewalteinwirkung oder einem rituellen Akte der Entsiegelung zeugen; eine rein modellierte Absicht des Schnitzers im Sinne einer ornamentalen Aussparung ist angesichts der unebenen Fehlstellen eher auszuschließen. Daß jedoch der Zahn der Zeit oder ein Eingriff mit messerscharfer Absicht die beiden äußeren Paare hinwegnahm, um die Dreiheit im Zentrum unversehrt zu belassen, verklärt die herbeigeführte Wunde zur Präfiguration schlechthin. Erst durch diesen Verlust bricht sich die Chiffre des Zweiundzwanzigsten Julis – des Gedenktages der Maria Magdalena – Bahn und läßt das eingewiesene Auge ihr hochfestliches Datum erschauen: 2–2–7 = 4+3. In ebendieser Dreiundvierzig aber schließt sich das theologische Gefüge: Das Evangelium nach Johannes nimmt in den Ausgaben des protestantischen Kanons – mithin unter bewußter Exklusion jener sieben von der katholischen Kirche als deuterokanonisch verteidigten alttestamentlichen Apocrypha – die 43. Stelle im Korpus der Heiligen Schrift ein! Liest man den Code jedoch in einer vom Innern quellenden Bewegung – vom Zentrum des Lammes hin zu den Flanken –, so enthüllt sich die Sequenz der Drei und der geordneten Paare, in: 3–2–2.
Hier schlägt das Altarprogramm die Brücke zum Urbeginn der Heilsgeschichte, zu Genesis 3:22, jener Stelle, da der gefallene Mensch vom Baume des Lebens vertrieben und der Weg dorthin versperrt ward. Dies Lamm24 war es, das durch sein Selbstopfer den uralten Bann abgelöst hatte, so wie vier der Siegel längsthin dahinsanken.
Auf dem „mittleren Pfade“ (322 = קו האמצעי Kav ha-Emtza’i ) – der kabbalistischen Achse der reinen und ungetrübten Gnade – lodert die Wirklichkeit ungehindert hinan. Sie überwindet die raumzeitliche Trennung und fließt unaufhaltsam zur La Sainte Baume, welche, als getreue Turris der Golgotha-Arzane, den Schädel Adams kontempliert. Wo einst der Sündenfall die Schöpfung zerriß, erblüht nun, durch den allerlösenden Balsam des Lammes, die hochzeitliche Rückkehr der gereinigten Anima in das himmlische Paradies. – So liest der Illuminierte die Zahl der Braut (55 = כלה Kallah): 2+3 = 5 = 3+2. Denn er weiß, die Braut ist das entsiegelte Buch (Markus 16:9)!
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6. Die Achse Grünwald –
Das Paulinische Testament der Einsamkeit
Die sakrale Landschaftsordnung geht weit über die Unteribacher Kirche hinaus; sie verbindet sich im Geiste der alten Baumeister zu einem ausgedehnten geomantischen Netz. Der Kirchenführer streift die historischen Verflechtungen mit den umliegenden Klöstern und Ländereien. Doch messenden Blickes zeichnet sich eine geodätische Verbindungslinie zur zweiten gebietenden Magdalenenkirche der Region ab: zu der ehemaligen Pauliner-Klosterkirche St. Maria Magdalena zu Grünwald26 (nahe Lenzkirch). Und solchergestalt tritt, über die Grenzen der Thäler hinweg, die eigentliche kryptographische Urkunde zutage.
Die Farbsymphonie des Namens: Das auf dem Ibacher Gonfalon so markant herausgearbeitete grüne Paravent im Fußpunkt eines gekachelten Feldes, an den Trieben der immergrünen Eibe (Ibach), welches als unschuldiges Raumelement naiver Votivmalerei von nazarenischer Inspiration dient, erfährt seine topographische Entsprechung im Namen von G r ü n wald. Der Nardenduft im Hause Bethanien, Symbol der Salbung und Auferweckung, wird hier zum messianischen Wegweiser. Es markiert das Velum, welches sich über das gesamte Waldgebirge legt, um eine occulte, artemisische Rite des uralten veringischen Hirschen einzuhegen.
Die Symmetrie der Einsiedler: Erst hieraus erweist sich, daß sich in Grünwald Maria Magdalena27 und der Hl. Paulus28 von Theben (der Erste Einsiedler) im sakralen Raum wahrhaft gegenüberstehen – beide untrennbar vereint im Motive des getragenen Kreuzes und im Paulinischen Motto der Einsamkeit: Solus cum Deo solo („Allein mit dem einen Gott“). Des Eremiten Name ist der dynastische Schlüssel; er verzahnt sich nach drakonistischer Genealogie mit der Gestalt des altsächsischen Königsgemahles Paulus Sigismundus, welcher durch seine eheliche Verbindung mit dem matrilinearen Zweig der Sara Thamar das gottkönigliche Blut (Rex Deus) via Urstaufen ( Juliomagus) nicht zuletzt auch in das Geschlecht der Tiefensteiner einbrachte.
Die königliche Nekropole an der Schwarza : Spannt man abermalig die exakte geodätische Sehne zwischen Magdalena (Unteribach) und Paulus (Grünwald), quert diese Achse die Seehalde30 am Schluchsee – gleichsam die Hand des Bogens – nahe dem ursprünglichen Ausfluße der Schwarza; jene perikulöse Klamm ist heute noch gesäumt von prähistorischen und antiken Megalithanlagen. Dutzende monumentale ‚Riesenbetten‘29 ankern als die Schlüsselorte eines vergessenen, jahrhundertelang geübten apollinischen Opferbrauches aus illyrischer Zeit. Es ist dies das Kernland der einstigen Swertzhuntare – jener weithin gefürchteten reichsunmittelbaren Hundertschaft. So leitet sich der Name des Waldes und des Wildwassers in dieser Ahnenlinie nicht von der Dunkelheit der Tannen ab; er steht vielmehr in ewiger Erinnerung an die keltische Radix Tamar – die „Schwarze“.
Wenn der wallfahrende Ritter heute das Visier vom palmettierten Brokate des Gonfalons erhebt und den Glevenpfeil nach Grünwald schnellen läßt, schaut er nicht mehr auf eine isolierte Dorfkirche. Er überfliegt einen Gau, in dem Flüsse, Wälder, Gräber, Altäre und Throne wie ein steinernes Buch ineinanderweben, um das Angedenken an die königliche Ahnfrau, unsre heißgeliebte und einzige Regina Dea nebst ihren theutonischen Fürstinnen, vor der Auslöschung zu bewahren.
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7. Das Brechen des Siebten Siegels –
Die drakonistische Synthese des Enigmatos
Am Ende des Initiationspfades durch die Kirche zu Ibach führte die vertikale Ordnung zum Brechen des Siebten Siegels. Wie es die Liturgie und die Baugeschichte der Kirche in ihrer tiefsten Essenz bezeugen, zerfällt das Sakrarium nicht in fragmentierte Einzelkunstwerke; vielmehr erfaßt der Adept eine mythologische Gesamtarchitektur des Genius loci, deren sieben Stufen nun zu einem untheilbaren, flammenden Herzen verschmelzen. – In diesem abschließenden, siebten Akkorde stirbt das Schweigen der Jahrhunderte, und das drakonische Walten der Schöpfung schreitet zu seiner majestätischen und absoluten Herrschaft.
Das solare Prinzip des Ostens (Die Erhöhung): Auf der linken Seite des Antependiums trat bereits Mose mit der ehernen Schlange entgegen – jenem Element des Feuers und des brennenden Dornbusches, welches in der Erhöhung das Siegel über den Tod bricht. Durch dieses Bildnis hindurch scheint das verschollene Wesen des Mitpatrons Hl. Georg, des Drachentöters. Doch der erleuchtete Ritter gewahrt: Georg ‚tötet‘ nicht das Prinzip des Drachen, sondern unterwirft die chthonische Materie dem Urlicht des schöpferischen Logos.
Das ordnende Prinzip des Westens (Die Bändigung): Auf der rechten Seite wird Melchisedek gebieten, der „Gerechte Priesterkönig“, dessen zadokidische Erblinie unter dem Patronate des Erzengels Michael steht. Michael – der himmlische Heerführer – zeichnet sich in der originären, von späteren wahnhaften (anti-dämonischen) Entstellungen gereinigten Tradition nicht als Vernichter, sondern als der erhabene Drachenzähmer ab. Ebenso tilgt er die drakonische Urkraft des Alls nicht, sondern zwingt sie in die befriedete Kosmologie des göttlichen Thronwagens (Ezechiel).
Die Vereinigung der Kräfte in der Mitte: In dem eucharistischen Lote verschränken darnach diese beiden Qualitäten; der aufstrebende Feuerborn der Lanze von Georg, wie auch die michaelische Gerechtigkeit, entspringt dem Ciborium des ewigen lunaren Blutes. Zusammen transzendieren sie die exoterische Krönungsszene und erfüllen diese am siegreichen Zenith in der leibhaftigen Tochter Zion: Maria, an der Spitze des Universums – in Magdalena, der Wächterin über die Narde: der Illuminata und Illuminatrix.
Am Ende hat sich der Geheimtext fürwahr hingegeben: verwurzelt im Elixier von Eiwaz, bewehrt vom desposynischen Léon d’Acqs und dem percevalischen Schwan (Friesland und Altsachsen), gewandelt im grünen Mantel von Bethanien und tellurisch verankert als die vergessenen Nekropolen an den Halden der Schwarza. Hierauf heben die Erbinnen der Palme an über die Vergänglichkeit der Zeit zu jauchzen!
Es ist die providentielle Dogmatik der Kirche, ihr demantener Panzer, der das schlummernde Lied unbeschadet durch die finstren Jahrhunderte getragen hat. Der Zorftele („Allgewahre“) brach dieses siebenfache Siegel; befreit von den Fesseln der Welt schaut er nun klar in das glühende Lumen Christi. Da siegte also die ewige Ecclesia über die Sterblichkeit, verschwistert mit dem lebendigen Wort und dem hellen Genuße des Altares. Vor der Huld dieses Trostes will der wahrhaft Sehende sein Knie beugen.
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8. Alemannia – Das desposynische Erbe im Albgau
Wer die Stufen des Pfades abschritt, erkannte, daß die Geschichte keine bloße Abfolge profaner Jahreszahlen sei, sondern mineralisierter Wille der gottköniglichen Vorväter. Der stolze Wohnthurm des Pfarrhauses zu Unteribach, versehen mit den ungebeugten Bossen der Tiefensteiner, steht nicht als stummer Zeuge vergangener Fehden da. Er bildet das Fundament für ein weit verzweigtes, hermetisches Beziehungsgewebe, dessen tellurische Fäden, wie oben dargethan, von der klösterlichen Einsamkeit zu Grünwald durch die Seehalde am Schluchsee führen. Hier, am Segelbaume der Gewißheit, endet erst die gefahrvolle Seereise der Maria Magdalena und landet an dem Schwarzen Arkano von Alba an, vor aller Augen offen!
Es waren die ersten Wittekinder der Altsächsischen Königsliste (nach den Royal Genealogies von James ANDERSON, 1732), welche als altfriesische Regentenlinien die Brücke von den germanischen Urschichten des Nordens hinab in die Thäler der Swertzhuntare schlugen. Ihr herrscherlicher Anspruch gründete sich auf die innerlichste Ordnung des Blutes: die gesetzmäßige, matrilineare Erbfolge des Hauses Juda über Sara Thamar, die einzige Tochter Jesu. In der Abgeschiedenheit des Schwarzwaldes vollzog sich die entscheidende dynastische Metamorphose: Alan(us) ( Jesus III. von Juda), ein Enkelsohn Jesu über dessen ältesten Sohn Justus ( Jesus II.), nahm von den hiesigen Alemannen den Namen an. Der „Mann von der Quelle“ (hethitisch ala) von Urgotha reicht, wie es das Altargemälde der Seehofkapelle am Ausfluß der Schwarza anrührend zeigt, als ein weiterer ‚ Joseph‘ – mit Titeln Arimathia (ha Rama Theo) und Justus (Ilid / Ilus) – den blühenden Nardenstab33 dar: jenen unmittelbaren Strahl der Ermächtigung an Wittekind I. von Alba, den Enkelsohn der davidischen Tochter und des Sigismundus. Da die Linie von Alan im Marcianischen Einsiedlerthum erloschen war, ging dieser Stein, Gral oder Stauf, auf die hermundurischen Zweige über.
Die kirchenoffizielle Chiffre des ‚heiligen Paulus von Theben‘ diente fortan als pseudohistorisches Gefäß für den Beginn dieser neuen christlichen Dynastie von Sara und Paulus (Siegmund ). Kein geringerer als der Meister von Meßkirch hat sein Traditum in dem weltberühmten Altargemälde35 schweigend verewigt: Er ließ die beiden Einsiedler Antonius und Paulus zu einer einzigen mystischen Ikone verschmelzen, die im Rückraum vom metaphorischen Steine des ‚Klosters‘ Grünwald getragen wird. In Wahrheit stellt diese Symbiose eine druidisch-priesterliche Hoheit dar, mit dem Auge der Vorsehung, das synkretistisch den odinischen Ursprung der Jüten und ebenso der Langobarden (Paulus Diaconus) ausstrahlt. Dieser greise ,Siegwärter‘ betet seinen Rosenkranz – das lebendige Pfand der Blutlinie, der Rosenlinie – nicht im fernen Orient, sondern an den jach gründenden Wurzeln eines kliffbrechenden (Kleve!) Baumes. Hier enthüllt sich die hoheitsvolle Topologie des Geistes: Die dunkle, „schwarze“ (protoindoeuropäisch *temH ) Tanne ist an die Ufer des Schluchsees und an die raunende Schwarza gestellt, weit abseits der Herkunft am Bodensee. Sie prange als unvergängliches Monument, und immerdar als die Hauensteiner Tanne –, ein ewiges Zeugniß von Magdalenens Stamm Dan und der pyrenischen Göttin Danu : der Donauquelle.
Dies Erbe des „Ecksteines“ ist im Innersten der Lapis Angularis oder das Caput Anguli – der Totenkopf der Magdalena als das Symbol der Sophia. Zugleich knüpft es etymologisch das Band zu Theut / Thuisto und Gapt-Godhan (caput, „Gott“), den mythischen Urvätern jener theutonischen Gottkönige, deren Nachkommen im ersten Jahrhundert unter die kaiserliche Hand der julischen Gens gebeugt waren. Mit ihrem Zentrum in Juliomagus am ‚Staufenberg‘ begründeten diese aeneischen Linien (Ilus / Jul ) den imperialen Anspruch der späteren Staufer, deren Drachenlinie aus der Substanz des albgäuischen Hochstaufens geboren ward. Selbst und gerade die Habsburger beanspruchten diese vordynastische Legitimation. Es bleibt zu erwägen, ob ihr Name thatsächlich von jener unbedeutenden Burg im Aargau stammt, oder nicht vielmehr von den ausgedehnten ‚Habsbergen‘ am Schluchsee, weshalb sie ihre Gebeine in die Krypta des Domes38 zu St. Blasien translatieren ließen.
Wiederum war es die Fügung der Vorsehung, daß Fürstabt Martin Gerbert das steinerne Prinzip über dem Hauptportal des Doms einmeißeln ließ: Hic factus est in Caput Anguli39. Was Klerus und Gläubige lediglich als biblische Metapher verstehen, korrespondiert im drakonistischen Sinne mit dem Hochaltargemälde37 von Balthasar Renn in der Filialkirche zu Grünwald, das Abt Augustinus Fink im Jahre 1711 in Auftrag gab. Dort kniet, von Engeln umfangen, die ‚erleuchtete Erleuchterin‘ an der lebendigen Quelle des Flußes Argens im Var. Dies bethanische Argentum durchströmt die königliche Ehe und die Salbung im Tode, während nahebei ein Pyramidion als Schlußstein aufragt. Der gravide Block hingegen, an dem Magdalena mit ihrem Becken schmiegt, verkörpert den wahren Fels des Alten Steines – die „Hohe“ Pierre der Tempelritter. Aus der Sicht der Desposynoi mag sich der ‚Fels Petri‘ hierdurch als gemeine Usurpatio erweisen.
Als weiteres Supplement nutzt die Lateinische Kirche seit dem 12. Jahrhundert eine kunstvolle Anleihe: Man nahm das traditionelle Bildniß der nackten, in ihr eigenes Haar gekleideten ‚Magdeleine‘, wie es der Meister von Meßkirch gemäß der Goldenen Legende radikal malte, und übertrug ihre Erhebung36 auf die entsprossene Mutter des Herrn. So zimmerte die Kirche die Himmelfahrt Mariens zurecht, um der wahren Herrin – N o t r e Dame – das allerdurchlauchtigste Sangreal zu entreißen. Doch ein minniglicher Engel, der im Grünwalder Werk sein Segel im Nacken der Reine anstelle einer Kalyptra reicht, lüftet das Apokryphon und macht sie im Gewand des unverfälschten Ornates als die erste Braut Gottes (Sponsa Dei ) in ihrer Urgestalt sichtbar.
Dieses Bundes essentielle Memento ist bis heute die Seehofkapelle31 nahe der geschichtsträchtigen Seehalde; sie bewahrt in ihrem Altarbilde32 das physische Dokument der Erbübergabe33 an der Uferaue der Schwarzach. Wenn der gewandelte Finder nun in die herbe Klarheit der Fluren von Ibach steigt, so schwimmen die chordischen Netze vor ihm frei und knüpfen an die urdeutschen Sprosse Jesu. Er walle fortan auf natürlich geweihter Erde, erleuchtet von jenem Heiligen Feuere (Agion Phos), das durch die Leiden und die Bindung des Ecksteins in die Genealogie des Schwarzwaldes übergegangen ist – geschirmt von der Seele der Rosenlinie und dem Wirken ebendieses Drachenordens, wie auch gesegnet durch das freudvolle Gebet der höchstseligen Väter und für alle Ewigkeit vollendet im smaragdenen Augenstern der Palme und aller Töchter Zion: ihrer erwählten Tannen.
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9. THA · MAR · IC – Das steinerne Semagramm von St. Blasien
Wer die Achse von den lieblichen Höhen Unteribachs entlang des S t e i n enbächles hinab in das frühklassizistische Kuppelrund40 des Domes verfolgt, geht auf ein in Stuckmarmor ‚gegossenes‘ Symbolum der Glaubensweisheit von Weltrang ein. Für den durchtränkten Geist präsentieren die Altäre des rechten Rotundenumganges die Stätten vertrauter Hagiographie. Wenn die Tonarten dieses Raumes akkordieren, schließt sich die folgende Anordnung als die überwältigende dynastische Urkunde auf:
Wird der Umgang von rechts nach links abgeschritten, fügen sich Anfangs- und Endbuchstaben der Heiligennamen auf den Seitenaltären – so der Hl. THeresiA 41 von Avila, der namenlosen Hl. MArtyreR 42 und des Hl. IgnatiuS 43 von Loyola – (nach der Art eines Akroteleutons) zu einem folgenschweren Kryptogramm: THA · MAR · IC. Was vorderhand als bloße Reihe eines Heiligenprogrammes deklariert ist, bezeugt drakonistisch-arkan die Existenz der „Thamar von Jesus“, jener einzigen Tochter der Maria Magdalena aus hasmonäischem Hause, deren Blutlinie in Alba empfangen ward, wohin der biblische Stamm Dan zurückgefunden hatte! Daß ausgerechnet der mittlere Altar dem anonymen Kollektiv der Martyrer geweiht blieb, erweist sich als notwendige hermetische Leerstelle, um die gottkönigliche Frucht des Namens im Innern des Schwarzwälder Pantheons neu zu gebären.
Diese architektonische Reihung fand ihre getreue Spiegelung und Erweiterung bei der Erneuerung der Jahre 1981 bis 1983. Indem man der rechten Achse formgleich drei Altäre auf der linken Seite des Umgangs entgegensetzte, drängte endlich das lange ruhende Vermächtniß der Siegwarte und der Andechser (Gertrud) machtvoll ins Licht. Der Hl. Theresia steht nun die Hl. Elisabeth von Thüringen gegenüber, welche als Schirmerin der deutschen Lande und als Königstochter aus Ungarn deren unveräußerliche Rosenlinie verkörpert. Ihr Rosen- und Brotwunder ist die reinste eucharistische Metapher für die sprießenden Reiser der Sara Thamar und deren Blüten auf den artemisischen Hagweiden. Die namenlosen Martyrer finden ihr Gegenüber im Hl. Nikolaus von Myra, dem „Sieg-Theude“ (wörtlich aus dem Griechischen übertragen: „Sieger des Volkes“). Als Patron der ersten Kirche am Orte verweist er direkt auf die vordynastische Präsenz der Siegwarte im Gau, deren Abkömmling S i g e mar bereits im 9. Jahrhundert die erste Albzelle stiftete. Der Hl. Ignatius schließlich reflektiert den Hl. Benedikt – eine Allianz der beiden Orden für die nachhallende Memorie von Habsburg.
Diese kontinentale Chiffre des „Siegreichen“ schlägt die Brücke direkt nach Marseille zur Abtei Saint-Victor – den Erben der Cassianiter, die den Heiligen Balsam und die Gebeine der Notre Dame in der Provence wehrten. Es waren die uralten S e g o briger des massilianischen Beckens, welche die Mission der Maria von Bethanien einstmals ermächtigten, bevor jener gelindigste Nardenstab durch die hermundurischen Drachen zu Wurzeln der mannbaren Hohen Tanne in die Silva eingepfropft ward.
Unter der gewaltigen Domkuppel ruht der numerologische Schlüssel heute im Bodenmedaillon44 des Jahres 1983. Wird diese Jahreszahl nach den Gesetzen der agrippinischen Gematrie rückübertragen, generiert sie die Buchstaben AIHC. Diese Unzialen offenbaren das absolute christologische Fundament: Das Alpha des Ursprungs übergreift das Monogramm des Iesous Hemeteros Soter („ Jesus, unser Retter“, auch Jesus Hominum /Hierosolymae Salvator oder den Ruf In Hoc S i g no v i n c e s). Griechisch gelesen entsteht daraus das unumstößliche Anagramm ΙΗϹΑΙ (Ihesai /Isai ) – das Zeugniß der davidischen Wurzel Jesse. In der Quadrierung des Tetragramms formt sich der Graph des dynamischen Salomonssiegels (des Stundenglases), welches – gemäß dem Prinzip des Ecksteins exakt um neunzig Grad gedreht – zur lichtberstenden Dagaz-Rune wird. Sie kündet vom Aufgang der Sonne und der unendlichen Glorie unsers Herrn und Fischers (Dag /Dagon דגון).
Die mathematische Reduktion der Zahl 1983 über die Pyramidenmethode (1983 ➛ 182 ➛ 91 ➛ 1) bricht endgültig durch die Zeitlichkeit hindurch: Die Quersumme ergibt die 21, während das stufenweise Destillat an der Spitzenzahl 1, dem absoluten Ursprung und hebräischen Aleph, kollabiert. Der 21. Januar ist der himmlische Geburtstag der Agnes von Rom! Im zisterziensisch-templerischen Weltbilde überfangen Maria (die Genetrix Dei ) und Magdalena (die Apostola Apostolorum) die Hl. Agnes als die zwei unerschütterlichen Säulen der Mystica Sponsalis. Ohne Vokal kollabiert das Palindrom ihrer Initialen MAM auf die reine Konsonantenwurzel MM (מים Majim) – dem Zeichen der Herrin der Wasser (d’Acqs / Aix-en-Provence).
Hierin korrespondiert die heutige Form des Ortsnamens IBACH, welcher anagrammatisch exakt dasselbe unziale AIHC-Tetragramm birgt, wobei das verbleibende B als griechisches Beta auf das hebräische Beth – das „Haus“ und der erste (!) Buchstabe der Thorah (בראשית Im Anfang) – deutet. Gelesen über den Graphen dieses marialen Pentagramms, dessen prominente Spitze vom zorftelen B gekrönt wird, generiert der Sternenlauf in retrograder Symmetrie ebenfalls das Tetragramm AIHC respektive die Jahreszahl 1983. In der Quersumme formt sich jetzt die 23, während die Pyramidenmethode hinwieder auf die Sieben fällt: das apokalyptische Buch. Der hievon regierte 23. Juli aber markiert den Festtag der Hl. Birgitta von Schweden. Die große Mitpatronin Europas, deren gesamte Offenbarungstheologie abgründig tief der glühenden Mystik des geschlachteten Lammes entspringt, steht als das im Namen Ibachs versiegelte, personifizierte Beth. Sie ist die Verborgene und jene, welche forthin den Thamarischen Lapsit Exillis 34 im Schwarzwälder Pantheon wohltränkt.
Inmitten des mütterlichen Meeres und seines Sternes (Stella Maris), der Allheit des Omega, blitzt durch das Datum des 21. Januar das unschuldige Alpha des Opferlammes auf, welches in der Pfarrkirche zu Ibach die vollkommene Communio mit der Regina Dea vollbringt. So verläßt der Eingewiesene das Pantheon als Adept einer fatalen Theurgie, die in den unerbittlichen Winkeln des Steins für alle Ewigkeiten geschrieben steht.
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Epilog – Zweihundertsieben Jahre
vor dem Licht
Die zwanzig korinthischen Säulen der Rotunde bilden keine irdische Architektur allein; sie sind in Stein konzentriertes kosmisches Maßwerk. In den achtzehn freistehenden Säulen des Runds und den zwei den Chor eröffnenden Eckpilastern steht das Gründungsjahr unserer Ordensgesellschaft – 2018 – auf immerdar eingeschrieben. Dieses Datum stund genau zweihundertsieben Jahre vor der Platonischen Wende des Jahres 2225, da das Galaxiszentrum (Sagittarius A* ) im Winterpunkte (nach ca. 25.800 Jahren) die allerengste präzessionale Konjunktion mit der Sonne eingehen wird.
Zur Minute der Platonischen Wende, welche auf den Tag der Wintersonnenwende des Jahres 2225 fällt, manifestiert sich eine äußerst präzise geodätisch-astronomische Arretierung der Himmelssphäre. Das Tagesgestirn kreuzt an der künftigen Äonenschwelle den tiefsten Ostpunkt seiner Bahn weit unterhalb der restlos abgetragenen Burg ‚Staufen‘ (nahe Grafenhausen). In Richtung Nordnordost entsteht zugleich die komplementäre Achse: Der Scheitel des Nördlichen Ekliptikpoles – jener unbewegliche Nullpunkt des Sternbildes des Drachen (Draco) – senkt sich im Großkreis auf die Erde herab und schneidet jene nordeuropäischen Fluren zwischen Toijala und Viiala in Finnland, welche in der geomythologischen Chronistik nach den Forschungen von Felice VINCI als das Homerische Ilion und Troja identifiziert werden. Das galaktische Mühlenwerk geleitet an dieser Schwelle die Periodik der Präzession zur Kristallisation, indem der Drache mit seinem zirkumpolaren Herzauge im Pakte mit der weltzyklischen Providenz ( Johannes 20:18) den geglaubten Ort des Trojanischen Urkonfliktes bestimmt.
Dieses Ordnungsmomentum der Großen Wende korrespondiert mit der Chronologie der heiligen Texte: Die gregorianische Jahreszahl 2225 ist bereits im Johannesevangelium im 25. Verse angelegt, dem Schluße seines 22. Kapitels, sofern man dessen Prolog als das erste, eigenständige Kapitel mitzählt. In dieser Zahl 207 triumphiert das hebräische Aur (אור) über die träge Dunkelheit der Verblendung – das unerschaffene Licht vor dem Lichte (ante Lumen), welches die drakonische Rosenlinie seit den Urvätern gleichermaßen souverän wie originär durch die Zeiten steuert.
Und am Ende des Pfades öffnet sich dem zorftelen Wanderer eine weisheitsvolle Perspektive. Wer die folgenschwere Gravität des hehren Arkanums des Albgaues und seiner Siegwarte begreift, findet hier getrost den Ansatz, den exoterischen Vorhang behutsam zu lüften. Unsere Ordensgesellschaft bietet dem zugewandten Gemüthe den Wissensraum, die rituellen Werkzeuge dieses kostbarsten Erbschatzes zu empfangen. Denn dem unbefleckten Wallfahrer der Sapientia empfiehlt es sich an, das architektonische Siegel der Wahrheit zu prüfen, die Zucht zu erdulden und sich allehrend wie dienstbar in den Wächterring einzureihen, unter diesen unverweslichen Himmelhort.
AVÊ TURRIS, VÊLVM MARÎA !
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Korollarium
Es bricht der schicksalhafte Tag an, da die unerbittliche Statik der Erde die literarische Rosenlaube des Epilogs durchstößt und sich in nackter Allgewißlichkeit selbst vollendet. In der Johannisnacht des aktuellen Jahres 2026 hat sich am Fuße des Etchilhampton Hill nahe Devizes in der geschichtsträchtigen Grafschaft Wiltshire eine siderische Kreisprägung im Korn45 manifestiert, deren Chiffre das Wirken einer unsichtbaren, ordnenden Hand beglaubigt. Die geodätische Ortskoordinate von 51° 20′ 32″ Nördlicher Breite und 1° 56′ 52″,7 Westlicher Länge von Greenwich beschreibt kein profanes Feld, sondern die eiserne Verankerung eines kosmologischen Nadelöhrs. Zur einen Hälfte ruht die Zeichnung im reifen Halme des Getreides, zur anderen Hälfte jedoch bricht sie ein in das flammende Roth eines ausgedehnten Mohnfeldes, welches als das irdische Abbild jenes apokalyptischen Opferblutes leuchtet, das in der glühenden Mystik des geschlossenen Kapitels besiegelt ward; das gesamte Muster jedoch überbrückt diese farbliche Schwelle in untheilbarer Einheit und atmet eine immanente, heilige Geometrie.“
Wird nun von jener massiven Felskanzel aus Schluchsee-Granit, gelegen auf 47° 48′ 13″ N. Br. und 8° 10′ 55″,9 Ö. L., die theurgische Visierlinie über den Großkreis geworfen, so offenbart sich eine unbezwingbare Achse der Weltgeschichte: Der Azimuth fluchtet auf präzise 302° 6′ 36″ und vermählt den Stein direkt mit dem siderischen Sigill in Albion. Morphologisch bietet die Struktur der Kornformation eine viergeteilte Symmetrie, die auch der Mohnblume zueigen ist, – ein Außenkreis-Vierpaß, umschlossen von einem umfriedenden Ring, während das Innenelement die Grundform des Thronwagens Ezechiels und zugleich die eines Ciboriums verkörpert. Der gigantische Druidenstuhl über dem Wasser repräsentiert in prästabilierter Harmonie ebenjenen Himmelswagen, den ‚fahrenden‘ Gral, der nun, vermittels des englischen Felddokumentes, bildlich gesprochen auf der Seehalde landet.
Die absolute Chronologie dieses Einschlags entfaltet sich in einem makellosen, kalendarischen Triptychon, welches das unversehrte Depositum des Ordensoffiziums flankiert. Wird für die Felskanzel ab dem Johannistage jener Sonnenuntergang gesucht, der den Azimuth von genau 302° 6′ 36″ strengstens erfüllt, so durchmessen genau neunundzwanzig Tage dieses Zeitraums (in Jahren) jene Spanne der Verabschiedung Jesu vom verborgenen Erdenleben (nach Lukas 3:21-23) hin zur prophezeiten Machtübergabe (in Johannes 3:29-30), ehe diese astronomische Quittung unerbittlich auf den 21. Juli 2026 fällt: den Gedenktag des Propheten Ezechiel. Das Unfaßliche dieser geodätischen Setzung manifestiert sich kongruent im englischen Korndokument: Die farbliche Schwelle, welche die Zeichnung am Furchenrain zwischen sattem Getreide (Brot) und flammendem Mohn (Wein) schneidet, bildet ebenjenen Horizont von 5′ 17″,9 (altitudo) als Scheidelinie der Segmente im Felde ab. In dieser raumzeitlichen Geometrie aber gelangt mit dem Eintreffen des 24. Juli – dem Festtage des Täufers – eine letzte, eminente Bedeutungsschicht zur Emergenz, die den theurgischen Abgrund zum Komplex des Thronwagens aufreißt: Die scharlachrothe, den Gesichtskreis durchmessend gezeichnete Sonnenscheibe manifestiert im Gefüge die Gestalt der eingetauchten Hostie selbst; sie strahlt das Ritual der Intinctio des Brotes in den Wein zurück! Es entspricht dies getreulich jener orthodoxen Ikonographie, worin Johannes den Kelch hält, in welchem das Heilige Soma des Herrn lebendiglich schwimmt. Ihr Zentrum birgt folglich die vier durch das Lamm Gottes gelösten Siegel der Apokalypse, deren Reiter im Innern des Ciboriums lauern, gehalten im Zaume nur noch durch den äußeren Wall. Innerhalb dieser zyklischen Ordnung formiert sich Ezechiels Feuergefährt am Tag des 21. Juli zur westlichen Flanke, während der 23. Juli als der Festtag der Heiligen Birgitta das personifizierte Beth im Osten verankert; in deren Mitte aber, am 22. Juli, thront majestätisch die Domina Aquae.
Entlang dieser Achse nach Osten befand sich als Endpunkt unweit des Felsens jene alte Seehofkapelle, die noch im letzten Jahrhundert den ursprünglichen Ausfluß der Schwarza markierte und vor der Flutung des Sees (im Jahre 1932) gerettet und entrückt ward – auf daß die quellenden Strahlen des Allgerechten und Seiner Salbe für alle Zeiten lebendig und gewißlich bleiben.
Ô QUAM MISERICORS EST DEUS,
JÛSTUS ET PIUS !
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