Die Sozietät ehrt und hegt
die christlich-weisheitlichen Wurzeln
der deutschen Geisteskultur
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Das Zeugnis
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dies eine war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dieses geworden, und ohne dieses ist nichts geworden von allem, was erschienen ist.
In ihm war das Leben und das Leben ist das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht aufgenommen.
Es trat nun ein Mensch hervor, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Dieser kam als ein Zeuge, um auf das Licht hinzuweisen, damit durch ihn alle daran glaubten. Er war nicht selbst das Licht; seine Sendung war es, das Licht in jedem Menschen zu erweisen. Da war er –, das wahre Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, so trat es in die Welt. Es war nun in der Welt, und die Welt war durch ihn in Erscheinung getreten, doch nahm sie es nicht wahr. Er kam ins eigene Sein, doch nahmen die Seinen ihn nicht auf. All jenen jedoch, die ihn annahmen und an seinen Namen glaubten, schenkte er die Freiheit, Gottes Kinder zu werden. Sie wurden Gottes Kinder weder aufgrund von Geburt noch Herrschaft;
allein durch Gott wurden sie frei.
Und das Wort gebar den Sinn,
und es wohnte mitten unter uns. Und wir versenkten uns in des Wortes Herrlichkeit,
die wie dem einzigen Kind eines Vaters zueigen ist: voller wahrhaftiger Gnade.
Auf den Sinn hat Johannes gewiesen: »Er ist es!«, und gerufen: »Von ihm habe ich gesagt:
Der, der nach mir kommt, ist vollkommener als ich, denn er war vor mir da.«
Aus seiner Fülle haben wir allewahrlich empfangen, und zwar Gnaden über Gnaden.
Denn durch Mose war uns das Recht gesetzt, aber durch Jesum Christ sind die Gnade und die Wahrheit zu uns gekommen.
Niemand hat Gott je gesehen; wohl aber der eingeborene Sohn, der an des Vaters Brust geschmiegt:
Der kann wahrlich von ihm künden.
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Johannes 1:1-18 SDTO
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Der lateinische Prolog des Johannes-Evangeliums
im geheimen Wandelweg des Labyrinthes von Chartres
Die Weisheit
Ein jeder Geist ohne Leib ist roh, und kennt sich nicht. Nun begehrt ein jeder Geist Leib, beides zu einer Speise und Wonne. Sodann hatte Gott vor der Seele das dritte Prinzip geschaffen, als einen Spiegel der Gottheit; so wurde der Spiegel dem Ewigen schon mitgegeben. Dann ist er aus den ewigen Wundern erwachsen und also geschaffen worden. So wollte auch das dritte Prinzip die Seele nicht freilassen. Denn dieses war ebenso aus Gottes Wundern erschaffen und stand im Anfang als eine Figur in Gottes Weisheit.
Die Jungfrau der Weisheit umgab den Seelengeist anfänglich mit himmlischer Wesenheit, mit himmlischem göttlichem Fleisch; und der heilige Geist gab die himmlische Tinktur.
So stand nun der innere Mensch
im Himmel, und seine Essenzen
waren das Paradies.
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Aus Jakob Böhme: Psychologica vera,
Vierzig Fragen von der Seelen (1620),
Die Vierte Frage.
Alleinheit
Das Wahre ist das Ganze.
Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen.
Es ist von dem Absoluten zu sagen, daß es wesentlich Resultat, daß es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt oder Sichselbstwerden zu sein.
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Hegel
Deutsche Würde
Er geht unglücklich aus dem Kampf, aber das, was seinen Wert ausmacht, hat er nicht verloren. Deutsches Reich und deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät des Deutschen ruhte nie auf dem Haupt seiner Fürsten. Abgesondert von dem politischen hat der Deutsche sich einen eigenen Wert gegründet, und wenn auch das Imperium unterginge, so bliebe die deutsche Würde unangefochten.
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Schiller
Jesaja 34:13-17, 35:1
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וְעָלְתָה בְּמִבְצָרֶיהָ סִירִים שָׁמָּה קִנְּנָה קִפּוֹז וְהָיְתָה נְוֵה תַנִּים חָצִיר לִבְנוֹת יַעֲנָֽה׃
דִּרְשׁוּ מֵֽעַל־סֵפֶר יְהוָה וּֽקְרָאוּ אַחַת מֵהֵנָּה לֹא נֶעְדָּרָה אִשָּׁה רְעוּתָהּ לֹא פָקָדוּ כִּֽי־פִי הוּא צִוָּה וְרוּחוֹ הוּא קִבְּצָֽן׃
וְהֽוּא־הִפִּיל לָהֶן גּוֹרָל וְיָדוֹ חִלְּקַתָּה לָהֶם בַּקָּו עַד־עוֹלָם יִֽירָשׁוּהָ לְדוֹר וָדוֹר יִשְׁכְּנוּ־בָֽהּ׃
יְשֻׂשׂוּם מִדְבָּר וְצִיָּה וְתָגֵל עֲרָבָה וְתִפְרַח כַּחֲבַצָּֽלֶת׃
In Edoms Burgen werden Roſen aufſprießen, wo Baſılisken ihr Neſt richten und Athene ihren Hof vorfindet.
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Forſcht im Stammbuch des Herren nach: kein Gefährte darf verlorengehen! Denn Sein Mund gebietet es und Sein Wille ſchafft dieſen Bund.
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Er ſelbſt hat uns das Los geworfen, und Seine Hand hat uns das Land zugemeſſen: auf ewig ſollen Wir es innehaben, von Geſchlechte zu Geſchlecht ein Haus.
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Die Wildnis ſoll ſıch für Uns freuen,
und in den Einöden möge das Lieſch blühen!
»Iſt nicht alſo mein Haus vor Gott? einen ewigen Bund »hat er mir geſetzt, durchaus geordnet und verwahrt, all mein »Heil und all mein Begehr − wird er es nicht erſprießen »laſſen«?
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Ja der Bund Gottes mit dem Hauſe Wittelsbach − »er iſt durchaus geordnet und verwahrt«, und das durchlauchtigſte Haupt desſelben, Se. Majeſtät unſer König, mag mit dem König David ausrufen: »All mein Heil und all mein Begehr, wird Er es nicht erſprießen laſſen?«
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»Haſſe nicht den Edomiter, denn dein Bruder iſt er; haſſe nicht den Egypter, denn du weilteſt als Fremdling in ſeinem Lande.«
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Worauf war unſeres Königs Verlangen, der heiße Wunſch Seines Herzens gerichtet? − In Gemeinſchaft mit den Edelſten und Beſten des Volkes ſtrebte Sein Herz der Erfüllung jener großen Hoffnung entgegen, daß unſer deutſches Vaterland den Rang unter den Völkern einnehmen werde, der ihm gebührt; daß es zu wahrer Einheit, zu geſıchertem Frieden, zu Macht und Anſehen, gelangen möge.
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Wie natürlich iſt es, daß unſere Glaubensgenoſſen von jeher − auch in den trübſten Zeiten − der Obrigkeit treu ergeben waren. Israel betrachtete ſeine Fürſten und Obern ſtets als Stellvertreter Gottes; (...)
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Aus W. Cohn: Der Bund Gottes mit dem Hause Wittelsbach (1880).
Bewährung der Reinheit
(...) Fragt man mich, wie dies zu erreichen sei, so ist darauf die einzige, alles in sich fassende Antwort diese: Wir müssen eben zur Stelle werden, was wir ohnedies sein sollten, Deutsche. Wir sollen unseren Geist nicht unterwerfen. So müssen wir eben vor allen Dingen einen Geist uns anschaffen, und einen festen und gewissen Geist. Wir müssen ernst werden in allen Dingen, und nicht fortfahren bloß leichtsinnigerweise und nur zum Scherze da zu sein. Wir müssen uns haltbare und unerschütterliche Grundsätze bilden, die allem unserem übrigen Denken und unserem Handeln zur festen Richtschnur dienen. Leben und Denken muß bei uns aus einem Stücke sein und ein sich durchdringendes und gediegenes Ganzes. Wir müssen in beiden der Natur und der Wahrheit gemäß werden und die fremden Kunststücke von uns werfen. Wir müssen, um es mit einem Worte zu sagen, uns Charakter anschaffen. Denn Charakter haben und deutsch sein, ist ohne Zweifel gleichbedeutend. Und die Sache hat in unserer Sprache keinen besondern Namen, weil sie eben, ohne alles unser Wissen und Besinnung, aus unserem Sein unmittelbar hervorgehen soll.
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Aus Johann Gottlieb Fichte:
Reden an die deutsche Nation (1808).